Die UN-Menschenrechtscharta

Soziale Sicherheit und Menschenwürde

413px-Irish_potato_famine_Bridget_O'DonnelIn ihren Artikeln 22 bis 27 beschreibt die All­ge­meine Erk­lärung der Men­schen­rechte das Grund­pro­gramm, dass später im UN-Sozial­pakt aus­for­muliert wurde: die wirtschaftlichen, sozialen und kul­turellen Men­schen­rechte.

Qua­si als Klam­mer beschreibt Artikel 22 der All­ge­meinen Erk­lärung der Men­schen­rechte das Recht jedes Men­schen auf soziale, materielle Sicher­heit nicht nur als Grund­lage für die Wahrnehmung der wirtschaftlichen, sozialen und kul­turellen Men­schen­rechte, son­dern als Basis der Per­sön­lichkeit­sen­twick­lung und damit der Würde eines jeden Men­schen.

Damit nimmt Artikel 22 die Staat­en in die Pflicht, für die materielle Basis sein­er Bürg­er zu sor­gen. Artikel 22 beschreibt ein Pro­gramm: dem Staat wird nicht vorgeschrieben, wie er die sozialen und wirtschaftlichen Grun­drechte der sein­er Obhut unter­stell­ten Men­schen — und damit die Wahrung ihrer Men­schen­würde — gewährleis­tet, aber er muss dies tun, not­falls hier­für auch andere Aus­gaben hin­tanstellen.

Und Artikel 22 nimmt nicht nur die einzel­nen Staat­en in die Pflicht, son­dern auch die inter­na­tionale Gemein­schaft, die damit ins­beson­dere dort Ver­ant­wor­tung übernehmen muss, wo der einzelne Staat hierzu nicht in der Lage ist. Human­itäre Hil­fe und Entwick­lung­shil­fe ist damit keine Wohltat der west­lichen Welt, son­dern die Ein­lö­sung ein­er beste­hen­den Pflicht der wohlhaben­den Völk­er gegenüber allen notlei­den­den Men­schen.

 

Artikel 22

Jed­er hat als Mit­glied der Gesellschaft das Recht auf soziale Sicher­heit und Anspruch darauf, durch inner­staatliche Maß­nah­men und inter­na­tionale Zusam­me­nar­beit sowie unter Berück­sich­ti­gung der Organ­i­sa­tion und der Mit­tel jedes Staates in den Genuß der wirtschaftlichen, sozialen und kul­turellen Rechte zu gelan­gen, die für seine Würde und die freie Entwick­lung sein­er Per­sön­lichkeit unent­behrlich sind.