Recht auf Arbeit

Stahlwerk

In Arti­kel 23 und 24 beschreibt die All­ge­mei­ne Erklä­rung der Men­schen­rech­te nicht nur das Men­schen­recht auf Arbeit, son­dern auch grund­le­gen­de Rech­te in der Arbeits­welt. Dies sind:

  • das Recht auf Arbeit: hier­mit ist frei­lich kein ein­klag­ba­res Recht umschrie­ben, son­dern ein Pro­gramm­satz: Die All­ge­mei­ne Erklä­rung der Men­schen­rech­te ver­pflich­tet die Staa­ten, dass sie ihre Poli­tik auf die Errei­chung einer Voll­be­schäf­ti­gung aus­rich­ten, um so bestehen­de Arbeits­lo­sig­keit zu ver­rin­gern und neue mög­lichst zu verhindern;
  • das Recht auf freie Berufs­wahl: nie­mand darf gezwun­gen wer­den, eine bestimm­te Arbeit anzu­neh­men oder einen bestimm­ten Beruf aus­zu­üben, den er ablehnt. Dies schließt das Ver­bot jeg­li­cher Zwangs­ar­beit ein;
  • das Recht auf ange­mes­se­ne Arbeits­be­din­gun­gen und damit auch die Ver­pflich­tung der Staa­ten, für die ange­mes­se­ne Aus­ge­stal­tung der Arbeits­be­din­gun­gen – von der Ent­loh­nung über die Arbeits­zei­ten bis zum Arbeits­schutz – Sor­ge zu tragen;
  • der Schutz gegen Arbeits­lo­sig­keitt, ver­stan­den als Gegen­part zum Recht auf Arbeit;
  • das Recht auf glei­chen Lohn für glei­che Arbeit, ver­stan­den sowohl als ein­klag­ba­res Recht wie auch als Auf­trag an die Staa­ten, Lohn­dis­kri­mi­nie­rung – etwa auf­grund des Geschlechts oder der Ras­se – zu verbieten;
  • das Recht auf eine ange­mes­se­ne, exis­tenz­si­chern­de Ent­loh­nung, was auch ein­schlie­ßen kann, dass der Staat eine Min­dest­lohn vorschreibt;
  • soweit erfor­der­lich das Recht auf ergän­zen­de sozia­le Schutz­maß­nah­men für den Fall, das der Arbeits­lohn kei­ne ange­mes­se­ne Exis­tenz­si­che­rung bie­ten sollte;
  • die Koali­ti­ons­frei­heit: das Recht, Berufs­ver­ei­ni­gun­gen wie etwa Gewerk­schaf­ten zu grün­den und ihnen bei­tre­ten, um hier­durch einen kol­lek­ti­ven Schutz sei­ner Inter­es­sen etwa gegen­über dem Arbeit­ge­ber zu erreichen;
  • das Recht auf Urlaub, Erho­lung und Frei­zeit, ver­stan­den sowohl als Recht auf ange­mes­sen begrenz­te Arbeits­zei­ten wie auch auf regel­mä­ßig wie­der­keh­ren­de Urlaubszeiten.

Vie­le die­ser sozia­len Men­schen­rech­te wur­den in der Fol­ge im UN-Sozi­al­pakt wie­der auf­ge­nom­men und für die Staa­ten ver­bind­lich geregelt.

Artikel 23

(1) Jeder hat das Recht auf Arbeit, auf freie Berufs­wahl, auf gerech­te und befrie­di­gen­de Arbeits­be­din­gun­gen sowie auf Schutz vor Arbeitslosigkeit.

(2) Jeder, ohne Unter­schied, hat das Recht auf glei­chen Lohn für glei­che Arbeit.

(3) Jeder, der arbei­tet, hat das Recht auf gerech­te und befrie­di­gen­de Ent­loh­nung, die ihm und sei­ner Fami­lie eine der mensch­li­chen Wür­de ent­spre­chen­de Exis­tenz sichert, gege­be­nen­falls ergänzt durch ande­re sozia­le Schutzmaßnahmen.

(4) Jeder hat das Recht, zum Schut­ze sei­ner Inter­es­sen Gewerk­schaf­ten zu bil­den und sol­chen beizutreten.

Artikel 24

Jeder hat das Recht auf Erho­lung und Frei­zeit und ins­be­son­de­re auf eine ver­nünf­ti­ge Begren­zung der Arbeits­zeit und regel­mä­ßi­gen bezahl­ten Urlaub.

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