Die UN-Menschenrechtscharta

Recht auf Arbeit

In Artikel 23 und 24 beschreibt die All­ge­meine Erk­lärung der Men­schen­rechte nicht nur das Men­schen­recht auf Arbeit, son­dern auch grundle­gende Rechte in der Arbeitswelt. Dies sind:

Quelle: Bundesarchiv/Burmeister 183-80093-0001

Quelle: Bundesarchiv/Burmeister 183–80093-0001

  • das Recht auf Arbeit: hier­mit ist freilich kein ein­klag­bares Recht umschrieben, son­dern ein Pro­gramm­satz: Die All­ge­meine Erk­lärung der Men­schen­rechte verpflichtet die Staat­en, dass sie ihre Poli­tik auf die Erre­ichung ein­er Vollbeschäf­ti­gung aus­richt­en, um so beste­hende Arbeit­slosigkeit zu ver­ringern und neue möglichst zu ver­hin­dern;
  • das Recht auf freie Beruf­swahl: nie­mand darf gezwun­gen wer­den, eine bes­timmte Arbeit anzunehmen oder einen bes­timmten Beruf auszuüben, den er ablehnt. Dies schließt das Ver­bot jeglich­er Zwangsar­beit ein;
  • das Recht auf angemessene Arbeits­be­din­gun­gen und damit auch die Verpflich­tung der Staat­en, für die angemessene Aus­gestal­tung der Arbeits­be­din­gun­gen — von der Ent­loh­nung über die Arbeit­szeit­en bis zum Arbeitss­chutz — Sorge zu tra­gen;
  • der Schutz gegen Arbeit­slosigkeitt, ver­standen als Gegen­part zum Recht auf Arbeit;
  • das Recht auf gle­ichen Lohn für gle­iche Arbeit, ver­standen sowohl als ein­klag­bares Recht wie auch als Auf­trag an die Staat­en, Lohndiskri­m­inierung — etwa auf­grund des Geschlechts oder der Rasse — zu ver­bi­eten;
  • das Recht auf eine angemessene, exis­ten­zsich­ernde Ent­loh­nung, was auch ein­schließen kann, dass der Staat eine Min­dest­lohn vorschreibt;
  • soweit erforder­lich das Recht auf ergänzende soziale Schutz­maß­nah­men für den Fall, das der Arbeit­slohn keine angemessene Exis­ten­zsicherung bieten sollte;
  • die Koali­tions­frei­heit: das Recht, Berufsvere­ini­gun­gen wie etwa Gew­erkschaften zu grün­den und ihnen beitreten, um hier­durch einen kollek­tiv­en Schutz sein­er Inter­essen etwa gegenüber dem Arbeit­ge­ber zu erre­ichen;
  • das Recht auf Urlaub, Erhol­ung und Freizeit, ver­standen sowohl als Recht auf angemessen begren­zte Arbeit­szeit­en wie auch auf regelmäßig wiederkehrende Urlaub­szeit­en.

Viele dieser sozialen Men­schen­rechte wur­den in der Folge im UN-Sozial­pakt wieder aufgenom­men und für die Staat­en verbindlich geregelt.

 

Artikel 23

(1) Jed­er hat das Recht auf Arbeit, auf freie Beruf­swahl, auf gerechte und befriedi­gende Arbeits­be­din­gun­gen sowie auf Schutz vor Arbeit­slosigkeit.

(2) Jed­er, ohne Unter­schied, hat das Recht auf gle­ichen Lohn für gle­iche Arbeit.

(3) Jed­er, der arbeit­et, hat das Recht auf gerechte und befriedi­gende Ent­loh­nung, die ihm und sein­er Fam­i­lie eine der men­schlichen Würde entsprechende Exis­tenz sichert, gegebe­nen­falls ergänzt durch andere soziale Schutz­maß­nah­men.

(4) Jed­er hat das Recht, zum Schutze sein­er Inter­essen Gew­erkschaften zu bilden und solchen beizutreten.

 

Artikel 24

Jed­er hat das Recht auf Erhol­ung und Freizeit und ins­beson­dere auf eine vernün­ftige Begren­zung der Arbeit­szeit und regelmäßi­gen bezahlten Urlaub.