Die UN-Menschenrechtscharta

Kultur

Comic_History_of_Rome_Table_10_Cicero_denouncing_Cataline-300x189In der All­ge­meinen Erk­lärung der Men­schen­rechte wird der Men­sch beschrieben als ein soziales, kul­turelles Wesen. Demgemäß wird das Recht eines jeden Men­schen auf Teil­habe am sozialen, kul­turellen Leben als Men­schen­recht anerkan­nt.

Und — eine pro­fane Grund­lage, die im All­t­ag oft­mals überse­hen wird — hierzu zählt auch das Recht, seine eigene Kul­tur über­haupt leben zu dür­fen und nicht zwangsas­sim­i­liert zu wer­den. Dieses Men­schen­recht auf Teil­habe am kul­turellen Leben umfasst auch das Recht, sein eigenes kul­turelles Erbe über­haupt erleben, erler­nen und erfahren zu dür­fen. Genau­so wie es dazu gehört, das kul­turelle Leben ander­er erfahren zu kön­nen. Dass die Ver­wirk­lichung dieses kul­turellen Men­schen­rechts nur möglich ist, wenn auch die sozialen Men­schen­rechte ver­wirk­licht sind, ver­ste­ht sich von selb­st.

Die Teil­nahme am kul­turellen Leben wird aber auch in die andere Rich­tung geschützt. Nicht nur, dass nie­mand hier­von aus­geschlossen wer­den kann, jed­er­mann hat auch einen Anspruch auf Schutz sein­er Beiträge zu diesem Leben, ins­beson­dere also auch auf Schutz sein­er lit­er­arischen, kün­st­lerischen oder wis­senschaftlichen Werke. Zum Men­schen­recht auf Teil­nahme am kul­turellen Leben zählt daher auch der Schutz der Leis­tun­gen des Einzel­nen durch ein effek­tives Patent- und Urhe­ber­recht.

Zur Teil­habe am sozialen, kul­turellen Leben zählt für die All­ge­meine Erk­lärung der Men­schen­rechte auch die Teil­habe am wis­senschaftlichen Fortschritt, für den mithin ein geset­zlich­er, diskri­m­inierungs­freier Zugang beste­hen muss. Nie­mand darf also  etwa vom Fortschritt im medi­zinis­chen Bere­ich, etwa durch pro­hib­i­tive Preis­gestal­tung, aus­geschlossen wer­den.

In der weit­eren Entwick­lung wurde dieses Men­schen­recht auf Teil­nahme am kul­turellen Leben im UN-Sozial­pakt wieder aufgenom­men und verbindlich weit­er entwick­elt.
 

Artikel 27

(1) Jed­er hat das Recht, am kul­turellen Leben der Gemein­schaft frei teilzunehmen, sich an den Kün­sten zu erfreuen und am wis­senschaftlichen Fortschritt und dessen Errun­gen­schaften teilzuhaben.

(2) Jed­er hat das Recht auf Schutz der geisti­gen und materiellen Inter­essen, die ihm als Urhe­ber von Werken der Wis­senschaft, Lit­er­atur oder Kun­st erwach­sen.